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Nachhaltige Milchwirtschaft

Vom Gras ins Glas: Von der Wissenschaft im Grünen zur Milch der Zukunft

Initiative Milch
Initiative Milch
© Katharina Bohm
Verantwortlich für den Inhalt dieser Anzeige Initiative Milch 2.0 GmbH (Mehr Infos)
Mittwoch, 14. Juni 2023 09:41

Nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft – dazu wird auf dem Bayerischen Staatsgut Grub geforscht und experimentiert. Warum Gras als Futtermittel dabei so wichtig ist und welche Rolle es im geschlossenen Nährstoffkreislauf spielt, erklärt Landwirt Marius Götz, der als Bereichsleiter „Tier“ für die Kühe auf dem Hof verantwortlich ist. 

Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und anderen Expert*innen arbeitet Marius Götz daran, Methoden und Techniken zu entwickeln, wie Milchwirtschaft noch nachhaltiger gestaltet werden kann. Die Initiative Milch hat das Staatsgut besucht und im Rahmen ihrer Podcast-Reihe „Let’s talk Milch“ mit dem Landwirt gesprochen.

Nachhaltigkeit ist ein großer Begriff, wenn es um die moderne Landwirtschaft geht – was verstehen Sie als Landwirt ganz konkret darunter?

Die Landwirtschaft lebt und arbeitet seit jeher mit natürlichen Kreisläufen. Sie sind der Schlüssel zu nachhaltigem Wirtschaften. In der Milchviehwirtschaft bedeutet das unter anderem, dass wir so viele regionale Futtermittel wie möglich einsetzen, zum Beispiel den Grasschnitt vom Grünland sowie Pflanzenreste aus dem Ackerbau. Die Kühe wandeln das Grundfutter in wertvolle Lebensmittel wie Milch und Fleisch um, während wir ihre Gülle in der Biogasanlage in Energie umwandeln. Sprich, wir produzieren Milch und gewinnen am Ende Strom, Wärme und Dünger, den wir wieder auf unsere Felder ausbringen können. Ziel ist es, einen verlustarmen Kreislauf zu schaffen, denn das bedeutet nachhaltige Landwirtschaft.

Lassen Sie uns ein bisschen genauer hinschauen. Die Kuh frisst und verwertet Gras – und dann? Warum ist das Grundfutter so wichtig?

In Deutschland haben wir rund 3,5 Millionen Hektar Grünland. Auf diesen landwirtschaftlich genutzten Flächen wachsen überwiegend Gras und Kräuter, die für die Futtermittel-Gewinnung genutzt werden. Grünland bindet Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre und speichert CO2 im Boden. Zudem verhindert es Bodenerosion und bietet uns eine wichtige Ressource für die Landwirtschaft. Es ist also sehr wertvoll für uns.

Im Frühjahr wird von diesem Grünland der Aufwuchs der Pflanzen als wertvolles Futter für die Milchviehhaltung abgemäht. Der Aufwuchs ist das, was man von weitem auf den grünen Wiesen sehen kann. Das geschnittene Gras wird entweder direkt zur Kuh gebracht oder es wird eine Silage daraus bereitet. Die sogenannte Grassilage entsteht im Silo durch die Fermentierung mit Milchsäurebakterien. Das so konservierte “Kuh-Kimchi” ist das wesentliche Futter für die Wiederkäuer. Seine Qualität ist entscheidend, denn wir wollen die Tiere ja gut ernähren, damit sie ebenso gute Milch erzeugen können – quasi vom Gras zum Glas. Was die Tiere am Ende ausscheiden, kommt als Dünger zurück auf die Wiesen und der Nährstoffkreislauf ist geschlossen.
Grünes Gold: Für Marius Götz ist Gras eine wertvolle Ressource
Grünes Gold: Für Marius Götz ist Gras eine wertvolle Ressource
© Initiative Milch/Gero Breloer

Warum ist die Bewirtschaftung von Grünland auch aus nachhaltiger Sicht wichtig?

Die Wiesen sind sehr wertvoll für uns, denn sie spielen eine vielfältige Rolle und besitzen viele Umweltvorteile. Sie zu bewahren, heißt, natürliche Ressourcen zu schützen und die Biodiversität zu fördern. Zudem sind sie ein elementarer Bestandteil des Nährstoffkreislaufs. Wir Menschen können mit Gras erstmal nichts anfangen, denn wir können es nicht verwerten. Aber die Rinder und Kühe – als Wiederkäuer – können es! Die Tiere verwandeln die Biomasse in wertvolle Lebensmittel. Der hochwertige natürliche Dünger, der auf die Felder ausgebracht wird, fördert wieder das Pflanzenwachstum. So entsteht ein natürlicher Kreislauf. Es geht darum, das Vorhandene optimal zu nutzen und nichts zu verschwenden. 
Grasschnitt in Form von Silage: Grundfutter schmeckt den Kühen besonders gut.
Grasschnitt in Form von Silage: Grundfutter schmeckt den Kühen gut.
© Initiative Milch/Gero Breloer

Was würde denn mit dem Weideland passieren, wenn es nicht bewirtschaftet würde?

Es würde bis zu einem gewissen Grad weiterwachsen und wuchern. Man stelle sich seinen Hausgarten vor, den man nicht mehr mähen würde. Irgendwann bilden sich Sträucher, womöglich siedeln sich auch Schädlinge an oder die Fläche vermoost. Früher oder später würde das Ganze dann wieder absterben. Auf diese Weise ginge uns wertvolles Gras, das wir nutzen könnten, verloren. Diese Flächen würden uns schließlich auch für die Nahrungsmittelproduktion fehlen.
Wir alle wissen, wir müssen noch nachhaltiger werden, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Eine elementare Rolle spielt dabei die Landwirtschaft – das sieht auch die neue Generation von Landwirt:innen so. Mit welcher Motivation treten Sie an? Und wie kooperieren Sie mit ihnen auf dem Staatsgut Grub?
Die jungen Landwirt:innen sind aufgeschlossen, sie informieren sich, kommen großteils frisch von der Schule, haben ihre Meisterausbildung abgeschlossen oder ein Studium absolviert. Das heißt, sie sind auf dem neuesten Stand, den die Wissenschaft bietet. Wir als Staatsgüter spielen hier eine recht große Rolle, denn wir haben die Möglichkeiten, Neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, in einer Größenordnung, die eine wissenschaftliche Überprüfung zulässt. Das können Privatlandwirt:innen gar nicht leisten. Wir übernehmen diesen Part und teilen anschließend unser Wissen, zum Beispiel in Seminaren mit jungen Landwirt:innen. Auf diese Weise setzen wir uns für die Verbreitung einer nachhaltigen Praxis auf Höfen und landwirtschaftlichen Betrieben ein.
 
Neugierig auf noch mehr Infos? Hier geht es zur Podcast-Folge von „Let’s talk Milch“, in der Marius Götz und seine Kolleg:innen über eine richtungsweisende Landwirtschaft der Zukunft sprechen – CO2-Rechner für einen nachhaltigeren Kuhstall inklusive.
Jetzt den Milch-Podcast gratis anhören
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